Die Patin I – Prolog IV, Feuerbestattung


< Zum ersten Teil dieser Geschichte >

Caroline fuhr vorsichtig, blickte zwischendurch öfter in den Rückspiegel. Sie fing an zu reden. “Kanntet ihr die Typen?” fragte sie. “Nein,” antwortete ich wahrheitsgemäß, “die habe ich noch nie gesehen. Wobei das alles sehr schnell ging und die uns ja von hinten gepackt hatten.” Ich erkundigte mich nach ihrer Verletzung. Sie meinte, das sei nur ein Kratzer. Für eine Frau, die gerade erst angeschossen wurde, war sie erstaunlich ruhig und cool. Ich dirigierte sie zum Anwesen, stieg aus und öffnete das Tor. Mein Schlüssel öffnet einen kleinen Kasten, über den der Zahlencode auch von außen eingegeben werden kann. Ich stieg wieder in den Wagen und wir fuhren vor das Haus. Caroline – unsere Retterin – holte eine Zigarettenschachtel und ein Zippo-Feuerzeug aus dem Handschuhfach. Dann öffnete sie die Türe des Wagens und stieg zusammen mit uns aus. “Ich bin eigentlich die absolute Gesellschafts- und Gelegenheitsraucherin und komme auf zwei Zigaretten in der Woche. Jetzt brauche ich aber eine.” Meine Freundinnen standen alle mit mir vor dem Wagen. “Ich könnte auch eine brauchen.” sagte Sara, die ebenfalls Gelegenheitsraucherin war. Ihre Eltern würden die Krise kriegen wen die das wüssten. Claudia sagte, daß sie ihr Mobiltelelon im Gästehaus vergessen hätte und fragte mich ob sie es holen könnte. Ich sagte ihr daß ein Generalschlüssel für alle Türen und Tore in einem Schlüsseltresor unter dem mittelgroßen Blumenkübel vor dem Gästehaus wäre. “Die Standard-Kombination?” frage sie. “Ja.” bestätigte ich. Sie trottete los in Richung des Gästehauses, ich ging runter zum Tor und nutzte meinen Schlüssel um dieses zu verschließen. Ging zurück zu den Mädels und zu Caroline, die alle am Auto standen und redeten. Im Gästeappartment des Nebenhauses ging gerade das Licht aus, Claudia war wieder auf dem Weg zu uns und hatte wohl den Schlüssel gefunden. “Keine falsche Bewegung.” hörten wir plötzlich eine junge Stimme sagen. “Gaaaanz langsam umdrehen.” Wir folgten. Sara, Elena, Caroline, Aurora und ich drehten uns langsam um. “Die Arme hinter den Kopf.” sagte der junge Mann, einer der vorherigen Angreifer. Er hielt eine Pistole in der Hand. Zwei seiner Freunde, die ebenfalls an dem Angriff vor dem Biergarten beteiligt waren, standen hinter ihm. Sie mussten uns gefolgt sein und nach unserer Einfahrt durch das Tor auf das Gelände geschlichen sein. Im Schutze der Dunkelheit gab es genug Hecken um sich zu verstecken. “Die fette Negerin hat uns ja leider gerade gestört.” sagte er, “Jetzt machen halt eine kleine Party im Haus der Familie Corleone.” Er betonte meinen Familiennamen. “Mach die Türe auf!” sagte er zu mir. “Aber mache alles seeehr langsam. Sonst gibt´s ne Kugel ab.” Ich ging langsam zur Hausüre und öffnete diese. “Jetzt alle gaaanz langsam da rein.” Er hatte die Waffe in der Hand, meine lag in meiner Handtasche, kaum erreichbar für mich. Wir gingen langsam ins Haus. Der junge Mann mit der Pistole und seine Freunde kamen ebenfalls ins Haus. “Da rein.” er zeigte auf die große Schiebetüre, hinter der sich das Wohnzimmer befand. Wir gingen alle dort rein. “War das nicht gerade eine Schlampe mehr?” fragte der junge Mann seine Freunde. “Ich glaub ja, bin aber nicht sicher.” Claudia fehlte. Caroline und die Mädels merkten es ebenfalls, verzogen aber keine Miene. “Die haben wir unterwegs rausgelassen.” sagte Caroline ruhig. “OK.” sagte der Kerl mit der Waffe. “Dann machen wir die Party eben kleiner.” Er sprach mich an. “Enkelin von Michael Corleone, rufen Sie nun bei Marco, dem Enkel von Albert Neri, an und locken sie ihn ins Haus.” Ich rätselte. Er sprach von meinem Opa und von Marcos Opa. Ich hatte keinen Schimmer was er von mir wollte. Ich rief im Hause der Neris an, hatte Marco gleich am Apparat. “Marco, ich brauche dich hier in einer dringenden Angelegenheit. Kannst du kurz kommen?” fragte ich und er freute sich, dachte wohl das es wieder Sexspiele mit meinen Freundinnen und mir geben würde. Zwei Minuten später ging die Türglocke und einer von den Freunden des Kerls der uns bedrohte, ging mit einem Kampfmesser an die Türe. Mit erhobenen Händen wurde Marco ins Wohnzimmer geführt und angewiesen sich zu uns zu stellen. Der Freund des Angreifers steckte das Messer in die Scheide, die am Gürtel seiner Jeans befestigt war, und zog seinen Rucksack aus. Er öffnete ihn und holte mehrere Handschellen raus. Nicht solche, wie wir sie hatten, sondern billige aus Plastik die einfach nur zugezogen wurden und mit Sicherheit am Handgelenk schmerzten. Er fesselte und allen die Hände, dann fesselte er uns auch untereinder. Der Kerl mit der Pistole setze sich auf´s Sofa und fing – die Pistole auf uns gerichtet – an zu reden: “Ich stelle mich kurz vor. Mein Name ist Paul Green.” Wir tauschten, gefesselt, Blicke untereinander aus und zuckten mit den Achsen. Der Name sagte meinen Freundinnen, Caroline und Marco herzlich wenig. “Ah. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Mein Großvater hieß Moe Green.” Er betonte den Namen und sofort gingen mir und Marco ein Licht auf.

Alfred – genannt Al – Neri  war ein junger, talentierter Polizeioffizier. Nachdem ein Leibwächter meines Urgroßvater Vito – er hieß Luca Brasi – ermordet wurden, stellten mein Großonkel Tom (Hagen) und ein Freund meines Uropas, er hieß Peter Clemenca, Al Neri als neuen Bodyguard ein. Al Neri arbeitete auch für meinen Großvater, er erledigte für diesen jede Menge Aufträge. Er erschoss Moe Green – der ein Casino betrieb und meinen Großvater aus dem Glücksspiel-Geschäft raushalten wollte – bevor dieser gegen die Familie Corleone aktiv werden konnte. Ich sprach nun zu seinem Enkel, Paul Green, der hier war um – sehr späte – Rache zu nehmen. “Das dein Opa ein Auftragsmöder war und Angehöriger der Murder Incorporated auch genannt Brownsville Boys weißt du aber schon?” John Green antwortete mit zitteriger Stimme: “Er war mein Großvater den ich wegen DEINEM Opa und SEINEM Opa”,”er zeigte auf Marco und fuhr fort, “nie kennenlernen durfte. Heute bezahlen Marco, du und deine verdammten Freundinnen dafür.” Die beiden Mitläufer von John, die nur zugehört hatten, waren verwirrt und sprachen ihn an. “Wir dachten du willst nur mit ihr reden weil sie deine Liebesbriefe unbeantwortet ließ?” Ich lachte über so viel Naivität. “Genau!”, sprach ich die beiden an, “Und deshalb kreuzt ihr auch bewaffnet und mit Handschellen hier auf. Er wird uns kalt machen und ihr hängt mit drin.” Ich zuckte mit den Achseln. “Naja, wenn die Polizei euch nicht kriegt, meine Familie kriegt euch – und eure beschissenen Familien – auf jeden Fall.” Die beiden redeten auf John Green ein die Sache abzublasen. John war ein Fanatiker und ließ nicht mit sich reden. “Dann haut doch ab! Aber macht davor die schwarze Frau los. Sie hat mich gerade gefickt als ich die Miststücke abservieren wollte, nun wird sie dafür von mir gefickt.” Die beiden lösten die Fesseln von Caronline, brachten sie zu einem Sofasessel und fesselten ihren Oberkörper mit Seilen aus dem Rucksack an den Sessel. Dann zogen sie ihr die weite Armyhose aus und entfernten ihre Slip. Sie fanden ihre Füße an den Sessel, so daß Caroline nun mit gespreizten Beinen vor uns saß. Hilflos, aber überaus ruhig. “Ich werde diese Woche nicht zum ersten Mal unfreiwillig gefickt.” sagte sie ruhig zu John und zuckte mit den Achseln. “Dafür wirst du heute zum letzten Mal gefickt.” antwortete er kühl. Johns Freunde standen jetzt unentschlossen herum. “Ihr könnt abhauen, ihr Pfeifen” sagte John zu seinen Freunden. “Wo ist der Generalschlüssel für das Tor?” fragte er. Ich nannte die Sicherheitskombination. “114415128 ist der Code für das Haupttor.” Er fragte erneut nach, nachdem er sich einen Kugelschreiber und einen Zettel aus seiner Hemdtasche geholt hatte um mitzuschreiben. Den Zettel hielt er einem seiner Freunde hin. Der Kerl mit dem Rucksack nahm ihn an. “Los, haut ab!” Die dummen Typen murmelten irgendwelche Erklärungen in Johns Ohr und machten sich aus dem Staub. John hielt die Pistole auf uns gerichtet, während er nun Caroline sMuschi anstarrte und sie hart fingerte. Mit einer Hand öffnete er seine Hose, ließ diese runter. Aus seiner – farblich unansehlichen – Boxershort holte er seinen halbsteifen Schwanz heraus. Caroline blieb ruhig und fragte ihn mit äußerster Coolness “ob´s Schwanz nicht auch in normaler Größe gäbe statt in XXS.” Er fuchtelte mit der Pistole rum, als die Schüsse fielen. Wir alle schlossen unsere Augen. Nachdem es siebemal geknallt hatte – es hörte sich eher an wie platzende Luftballons, was mir merkwürdig vorkam da auf Johns Knarre kein Schalldämper war – öffneten wir die Augen. Wir lebten noch. Caroline ebenfalls. John lag auf dem Bauch, der Teppich war voller Blut daß aus seinem Mund floss. Seine Augen waren geöffnet. Claudia stand einige Meter hinter ihm, mit der Pistole in der Hand die ich ihr heute unten im Panikraum gezeigt hatte. “Ist er tot?” fragte sie in unsere Richtung. Caroline nickte. Claudia kam, mit der Pistole in der Hand, zu uns. Sie löste Carolines Fesseln, durchschnitt die Seile mit einem Messer das sie davor aus der Küche holte. Dann löste sie unsere Fesseln. Wir alle bedankten und für unsere Rettung und umarmten uns. Claudia erzählte das sie gerade auf dem Weg zum Haus war, als sie den Überfall mitbekam. Leise schlich sie sich dann runter in den Keller und öffnete mit der “0815” den Panikraum – schnappte sich dort die Pistole mit Schalldämpfer. Hätte sie nicht noch von dort im Web nachlesen müssen wie man überprüft ob das Ding entsichert ist, wären wir wohl viel früher gerettet worden. Aber alle waren froh daß sie auf Nummer Sicher gegangen war. Ich bat Claudia um meine Waffe, welche sie mir gab. Ich ging zu Johns leblosen Körper und schoss ihm in den Hinterkopf. “Keine beleidigt ungestraft meine Familie.” sagte ich zur Leiche. Ich blickte zu de Mädels, zuckte mit den Achseln. “Nur aus Sicherheitsgründen, damit er wirklich tot ist.” “Also vermutlich war er tot. Sollte man annehmen nach 7 Kugeln im Oberkörper.” sagte Aurora und guckte leicht schockiert. Mit einem “Man kann nie vorsichtig genug sein.” wischte ich dieses Argument beiseite. Wir setzten uns alle auf dem Boden. Caroline zog sich ihre Hose wieder an. “Also. Was tun?” fragte ich in die Runde. Caroline sprach. “Die Polizei wäre eine Option wenn er eine Kugel abbekommen hätte. Das wäre als Notwehr durchgegangen. Durch letzte Kugel – der Schuss war aufgesetzt – wird´s schwer das als Notwehr oder Totschlag darzustellen. Ich fluchte. “Ich hatte mich nicht unter Kontrolle.” räumte ich ein. “Was nun?” fragte ich erneut. Caroline hatte von allen anderen Anwesenden den kühlsten Kopf. “Wir müssen die Leiche loswerden. Und übrigens: Auch ohne den letzten Gnadenschuss, wäre sie”, sie zeigte auf Claudia, “in Schwierigkeiten. Sie hat Schmauchspuren an den Händen und müsste erklären wieso sie von hinten siebenmal geschossen hat. Sie wäre auf jeden Fall wegen Totschlags dran.” Ich überlegte. “Ein Begräbnis im Garten scheidet aus.” sagte ich mehr zu mir selbst, aber alle anderen nickten. “Aschenpuzzle.” sagte Sara. “Wie bitte?” – ich wusste mit diesem Wort nichts anzufangen. Sara klärte uns auf. “Das habe ich in einer Columbo-Folge gesehen: Ein Bestattungsunternehmer – gespielt von Patrick Mc Goohan – erschlägt eine Klatschreporterin, die dessen dunkle Vergangenheit ans Licht bringen will. Er äschert sie ein. Dann vertauscht er ihre Asche mit der eines anderen Verstorbenen, dessen Frau die Asche vom Flugzeug aus verstreut. Somit sind alle Spuren des Mordes beseitigt.” “Gute Idee,” sagte ich in ihre Richtung, “aber ich kenne keinen Bestattungsunternehmer. Und Amerigo Bonasera, ein Bestatter, der meiner Familie früher bei solchen Angelegenheiten geholfen hat, ist selber längst unter der Erde.” Ich stand auf und holte aus der Küche den Verbandskasten und desinfizierte Carolines “Kratzer”. Sie verzog keine Miene dabei. Schließlich deckte ich die – zum Glück nur oberflächliche – Verletzung mit einer kleinen Kompresse ab und fixierte diese mit Pflastern.

Sara erzählte uns dabei, daß sie hin und wieder mit einem jungen Mann aus der Nachbarschaft fickt. Dieser arbeitet bei Affordable Cremation and Burial – einem Low-Cost-Bestattungsunternehmen in Las Vegas. Sie hatten es auch schonmal in den Räumlichkeiten seines Arbeitgebers getrieben, er hat oft die Nachtschicht. Ihr Plan sah so aus. Sie würde ihren Fickpartner über´s Mobiltelefon anrufen und sich dort zu einem Quickie mit ihm verabreden. Sollte er einen Partner dort haben, müsse halt eine der Freundinnen als “Überraschung” mitkommen. Sie beschrieb uns die Räume in denen die Särge die zur Einäscherung bereit standen. Auf “Rollwagen” würden diese in den Ofen transportiert. Wir müssten nur irgendwie Johns sterbliche Überreste in so einen Sarg legen. Wir berieten – und ihr Plan schien uns durchführbar zu sein. “Lieber ein guter Plan heute als ein perfekter Plan morgen.” sagte ich und beendete, nachdem alle Argumente durchgekaut waren, die Diskussion.  Zudem: Columbo ermittelte nicht in Las Vegas, Nevada, sondern in Los Angeles.  Was sollte uns also passieren? Wir trugen Johns Leiche raus, legten mehrere Lagen Schutzfolie, die eigentlich für die Gartenmöbel gedacht ist, in den Kofferraum und legten Johns sterbliche Überreste hinein. Den Teppich, den John mit seinem Blut verschmutzt hatte, konnte ich vergessen. Ich rollte ihn zusammen und wir brachten ihn ebenfalls ins Auto, um ihn irgendwo der Vernichtung zuzuführen. Sara rief auf dem Handy von Frank – so hieß ihr Sexpartner im Bestattungsunternehmen – an. Er ging nach einigen Sekunden ans Telefon, hatte kurz geschlafen. Sara schlug einen Quickie an seinem Arbeitsplatz vor. Frank war begeistert, musste aber mitteilen daß er nicht alleine ist. “Ich kann eine Freundin mitbringen, die´s anal braucht!” sagte sie durch´s Telefon. Frank sagte, daß er kurz mal etwas besprechen müsste und schaltete sein Telefon stumm. Wir konnten so nicht hören, was er da beredete. Nach – uns endlos erscheinenden – 2 Minuten war er wieder durch das Handy zu hören. “OK, geht klar. Du und deine Freundin, in 30 Minuten. Ich lasse die vordere Türe auf – unsere Klienten hauen ja eh nicht mehr ab.” Ich liebte seinen trockenen Humor. Caroline würde den  Wagen fahren, ich würde mitkommen. Aurora war als Analsexpartnerin für Franks Kollegen eine gute Besetzung – und sie hatte eh Lust, es mal an so einem speziellen Ort zu treiben. Marco ging nach Hause und schwor uns kein Sterbenswörtchen zu verlieren, Claudia und Elena machten es sich bei mir im Wohnzimmer bequem. So fuhren Caroline, Aurora, Sara und ich zum Bestattungsunternehmen, daß auf dem North Decatur Boulevard seinen Sitz hatte. Wir hielten zwischendurch an und stopften auf einer Baustelle, die etwas außerhalb der Stadt lag, den Teppich in einen verschlossenen Baucontainer der voll mit Schutt und anderen Sachen war und zur Abholung bereit stand. Den Beutel des Staubsaugers, mit dem ich Zuhause vor unserer Abfahrt eine extrem gründliche Reinigung des Teppichs vornahm – um Haare,  Fingernägel oder weiß der Kuckuck was von diesem zu entfernen. Zuhause würde ich später extrem gründlich putzen, ich wusste das Luminol, dass die Polizei einsetzt um Blut nachzuweisen, auch bei den wenigen Spritzern, die ich auf die Schnelle vom Boden entfernt hatte, zeigen würde was bei uns passiert ist. Um Johns Freunde machte ich mir keine Sorge. Die hatten Angst vor meiner Familie. Außerdem wären die schön doof zur Polizei zu gehen und ihre Teilnahme an meiner versuchten Ermordung und an einer versuchten Vergewaltigung einzugestehen. Um dieses Pack würde ich mich ein anderes Mal kümmern. Schließlich kamen wir bei Affordable Cremation and Burial – dem Bestattungsdienst mit den niedrigen Kosten – an. Wir fuhren direkt vor das Gebäude. Vorne brannte kein Licht. Aurora und Sara stiegen aus und gingen durch die – unverschlossene – Eingangstüre. Mit einer einfachen SMS in der “OK” stehen sollte, würde sie ankündigen daß die Luft rein ist. Caroline und ich warteten im Auto. Caroline erzählte mir aus ihrem Leben, daß sie aus New Orleans kommt und auf dem Weg nach Kuba, bzw. dem US-Stützpunkt dort, ist, sie würde bei der Army anfangen. Nach ca. 25 Minuten – die uns aber wie Stunden vorkamen – machte mein Handy einen Piepston. Eine SMS war angekommen, Absenderin war Aurora. Anstatt “OK” stand da noch als Zusatzangabe daß sie gerade auf dem Klo ist und einen Einlauf bekommen hat um den Analsex “sauber” zu halten. Die beiden Typen würden gerade von Sara abgelenkt. In frühestens 25 Minuten sollten wir ins Haus gehen. Wir warteten hinter dem Haus, nachdem wir einen Kontrollgang um das Gebäude gemacht hatten – wir wollten nicht von einem Obdachlosen der hier eventuell sein Nachtlager hat “gestört” werden. Wir mieden Rasenflächen und Sandflächen und liefen nur auf dem Steinweg der ums Haus führt, um Spuren zu vermeiden. Hinter dem Haus kramte Caroline ihre Zigarettnschachtel aus der Ledertasche, sie bot mir eine Zigarette “zur Beruhigung” an. Ich nahm sie dankend an. Schweigend rauchte ich die zweite Zigarette meines Lebens, diesmal ohne Hustenanfall. Ich genoss diese Zigarette, ebenso Caroline die tiefe Züge nahm. Nachdem wir die Kippen ausgeraucht hatten, verstauten wir die ausgedrückten Zigaretten in einem Taschentuch und deponierten dieses im Aschenbecher von Carolines Auto. Nur keine Spuren hinterlassen. Wir warteten nochmals 10 Minuten im Wagen. Dann stiegen wir aus und ich zog Einweghandschuhe an die ich aus unserem Medizinschrank Zuhause hatte. Für Caroline hatte ich auch ein Paar dabei.  “Du bist erschreckend effizient.” flüsterte sie mir anerkennend zu. Ich grinste und öffnete sehr leise und vorsichtig die Türe des Bestattungsinstituts. Ich schaltete meine MagliteMini-Taschenlampe an, die ich immer dabei habe. Ein Wegweiser zeigte mir, praktischerweise, daß der Raum für die Einäscherungen auf der linken Seite war. Die erste Türe im Flur. Das war ja gut.  Wir hörten wie Aurora mit irgendeinem Kerl quatschte, konnten aber nichts verstehen. Ich zeigte aus das Schild. Caroline nickte. Ich versuchte nun die Türe des Einäscherungraums zu öffnen. Sie war unverschlossen und ließ sich leise öffnen. Da standen – wie Sara er erzählt hatte – mehrere Särge, aufgebahrt auf stählernen Rollwagen. Die Schilder auf den Särgen verrieten und die Namen der Kunden, die auf ihre Einäscherung warteten. Eine “Paula Schmidt, geboren am 12. August 1941”, ein “Joseph Whiteman, geboren am 21. Dezember 1929” und ein “Victor Mainsfield, geboren am 15. Juli 1954” waren vor drei Tagen verstorben (was ebenfalls auf dem Schild stand) und würden in ca. 9 Stunden zu Asche verbrennen. Beisetzungen und Feiern waren nicht geplant. “Information ist Macht.” sagte ich leise zu Caroline und leuchtete mit der Taschenlampe die Schilder an. Caroline nickte und flüsterte: “Wir nehmen den vordersten Sarg, öffnen diesen, und legen unseren Verblichenen dort hinein. Davor müssen wir seine Taschen leeren.” Ich blickte sie fragend an. “Wenn die Asche rausgeholt wird, würde sonst z.B. ein Schlüssel etc. der vielleicht nicht verbrannt ist auffallen. Der erste Sarg, nur um sicher zu gehen: Nicht daß der ersten Bestattung oder so der Ofen ausfällt und unsere Leiche liegenbleibt.” Ich nickte. Wir öffnenten den Sarg der bereits halb auf dem Transportband zum Ofen und halb auf dem Wagen stand. Joseph Whiteman lag dort drin, jedoch nicht zu erkennen weil ein Tuch über dem Leichnam lag. Wir stellten de Sargdeckel auf den Boden und verließen äußerst leise den Raum. Wir konnten im Flur nun “explizite Geräusche” hören. Sara und Aurora wurden gerade gefickt und stöhnten extralaut., um eventuelle Geräusche von uns zu decken. “Clever.” sagte Caroline anerkennend. Ich nickte. Wir gingen aus dem Flur ins Freie, öffneten leise den Wagen und holten Johns sterbliche Überreste aus dem Kofferraum. Wir legten ihn zuerst auf den Boden, seine Hose hatte er nicht mehr an – die wurde mit dem Teppich zuvor entsorgt. Seine Hemdtasche waren leer. “Hatte der keine Brieftasche?” fragte Caroline flüsternd. “Doch. Hier ist sie.” Ich hatte sie mit der Leiche im Kofferraum verstaut und hielt sie nun in meiner – verhüllten – Hand. “Die entsorgen wir woanders.” schlug Caroline vor. Ich stimmte ihrer Idee zu. Wir trugen die Leiche – ich packte ihn bei den Füßen, Caroline griff unter seine Schultern – ins Haus. Wir hörten immer noch lautes Gestöhne und  ein “Ja, fick mich fester in meine Fotze!” von Aurora. “Die beiden haben die schönere Aufgabe übernommen.” sagte Cacoline in einem sarkastischen Ton und ich musste mühselig ein Lachen unterdrücken. Wir trugen John in den Raum, legten ihn auf die Leiche von Mr. Whiteman und verschlossen den Sarg wieder mit dem Deckel – den wir leise auf den unteren Teil des Sargs legten. Wir leuchteten kurz den Boden ab, um zu sehen ob wie eventuell Dreck – außer John natürlich – hinterlassen hatten. Alles war schön sauber. Wir verließen den Raum, schlossen die Türe ab. Auf eine Grabrede verzichteten wir – wir kannten ihn ja kaum. Wir verließen das Gebäude und machten sehr leise die Türe zu. Wir setzten uns in den Wagen, nachdem wir den Bodenbereich zwischen Auto und Eingangstüre überprüft hatten. Wir haben nichts verloren. Aus dem Kofferraum nahm ich Johns Brieftasche. Ich entnahm sein Bargeld – immerhin 300 Dollar – und gab Caroline die Hälfte ab. Sie bedankte sich und grinste. “Du Biest.” sagte sie. Ich legte die Brieftasche auf den Boden im Auto. Nach meinem “Fahr los.” setzte Caroline den Wagen in Bewegung und wir fuhren auf die Straße. Caroline hielt nach einigen Metern. Ich schickte eine SMS an das Handy von Aurora: “Paket abgeliefert. Was ist mit euch?” Nach 10 Minuten klingelte mein Handy. “Nein, Mama, alles OK. Du brauchst uns nicht abzuholen!”  hörte ich Aurora zu mir sagen. Sie war also nicht ungestört. “Ich bin dann morgen Früh um 7 Zuhause, Mama. Uns geht´s sehr gut!” Den beiden ging´s also prima und wir fuhren zurück zum Haus meiner ehrenwerten Familie. Johns Brieftasche landete in der Mülltonne in irgendeinem Hinterhof, unter einer Schicht Bioabfall. Die Handschuhe entsorgen wir in einer anderen Mülltonne. 20 Minuten waren wir am Haus. Caroline parkte den Wagen auf einem Stellplatz hinter dem Gästehaus. “Ich bin todmüde.” sagte sie und gähnte. “Ich zeige dir dein Zimmer.” Wir gingen erstmal ins Haus und erstatteten den anderen beiden Mädels kurz Bericht. Diese waren nackt und hatten sich offenber davor lesbisch vergnügt. “Ich zeige dir das Zimmer im Gästehaus.” Caroline schnappte sich eine Reisetasche, die wir, um im Kofferraum Platz für unseren leblosen Fahrgast zu  haben, mit anderen Gepäckstücken in den Flur des Hauses gebracht hatten. Wir gingen zum Gästehaus und zeigte Caroline ihr Quartier. Sie packte einen Kulturbeutel aus. “Zähneputzen und ins Bett.” sagte sie – und ich wünschte ihr eine angenehme Nacht. Ich ging ebenfalls ins Haus. Wir – meine Freundinnen und ich – gingen alle zu Bett. Auroa und Sara waren ja noch beim vögeln mit den Leuten des Bestattungsinstitutes. Claudia, Elena und ich legten uns auf´s ausziehbare Sofa des Wohnzimmers und wir schliefen schnell ein.

< Zum fünften Teil dieser Geschichte >

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